Bestandskunden wieder aktivieren

Kunden behalten · Praxisratgeber

Bestandskunden kennen deinen Betrieb bereits. Das erleichtert die Orientierung, garantiert aber keinen weiteren Auftrag. Eine erneute Ansprache ist sinnvoll, wenn ein tatsächlicher Anlass oder wiederkehrender Bedarf besteht und der Kontaktweg dafür zulässig ist.

Aktive Kunden und frühere Kunden unterscheiden

Ein Kunde mit laufender Zusammenarbeit braucht andere Informationen als jemand, der seit längerer Zeit keinen Auftrag mehr erteilt hat. Trenne deshalb aktuelle Auftraggeber, Kunden mit planbarem Folgebedarf und lange inaktive Kontakte. Es braucht keine komplizierte Datenbank: Eine übersichtliche, berechtigt geführte Liste kann genügen.

Nutze nur Informationen, die für den Zweck erforderlich sind. Notiere beispielsweise die betreffende Leistungsart und einen nachvollziehbaren Prüftermin. Private Einschätzungen über den Kunden oder sensible Angaben gehören nicht in eine Marketingliste. Die Aufbewahrung muss einen klaren Zweck und eine passende rechtliche Grundlage haben.

Suche einen Bedarf statt eines beliebigen Angebots

Wiederkehrende Leistungen können einen natürlichen Anlass schaffen: Vorbereitung einer Saison, eine planbare Prüfung oder eine regelmäßig benötigte Dienstleistung. Voraussetzung ist, dass der Anlass tatsächlich zur früheren Leistung passt. Behaupte keine gesetzliche Frist oder technische Notwendigkeit, ohne sie für den konkreten Fall geprüft zu haben.

Wenn dein Angebot normalerweise einmalig gebraucht wird, ist eine Wiederholungsansprache möglicherweise wenig sinnvoll. Dann können eine hilfreiche Abschlussinformation oder eine neutrale Möglichkeit zur Weiterempfehlung besser passen. Ziel ist keine Nachricht um ihrer selbst willen, sondern ein nachvollziehbarer Nutzen für den Empfänger.

Eine kleine Auswahl vorbereiten

  1. Eine Leistungsart mit plausiblen Folgeanlässen auswählen.
  2. Prüfen, welche Kunden dazu tatsächlich passen.
  3. Aktualität und erforderliche Angaben kontrollieren.
  4. Widersprüche, Abmeldungen und offene Beschwerden berücksichtigen.
  5. Den Kontaktweg und dessen Voraussetzungen prüfen.
  6. Erst danach einen kurzen, hilfreichen Text erstellen.

Bearbeite offene Probleme nicht als Verkaufschance. Ein Kunde mit ungelöster Beschwerde braucht eine sachliche Klärung. Eine allgemeine Aktion mit einem neuen Angebot kann in dieser Situation den Eindruck verschlechtern. Lege solche Kontakte für die zuständige Person gesondert zur Bearbeitung vor.

Wie eine passende Nachricht aufgebaut ist

Erkläre den konkreten Anlass, was der Kunde gegebenenfalls vorbereiten sollte und welchen nächsten Schritt du anbieten kannst. Die frühere Zusammenarbeit kann zur Einordnung genannt werden, soweit das sachlich und datenschutzrechtlich passt. Vermeide unnötige Auftragsdetails in einer automatischen Nachricht, die möglicherweise von anderen Personen gelesen wird.

Gedachtes Textgerüst: „Für [passende Leistung] beginnt die Vorbereitung auf [Anlass]. Wenn das bei dir dieses Jahr ansteht, findest du unter [Link] die wichtigsten Punkte. Für eine Anfrage benötigen wir [Angaben].“

Die Klammern zeigen, welche Informationen angepasst werden müssen. Die Vorlage ist kein fertiger Versandtext für jeden Kontakt. Sie soll die Struktur erklären. Eine ehrliche Kapazitätsangabe ist zulässig; eine künstlich erfundene Verknappung oder angeblich letzte Gelegenheit passt nicht zu glaubwürdiger Kundenpflege.

Ansprache und Berechtigung getrennt prüfen

Dass jemand früher Kunde war, macht nicht jeden Werbekanal automatisch zulässig. Für werbliche E-Mails gelten besondere Voraussetzungen. Prüfe diese vor einem Import in ein Versandwerkzeug. Die Grundlagen stehen im Ratgeber Newsletter für kleine Unternehmen. Bei einem Brief hilft die Anleitung zu postalischen Werbekampagnen.

Erforderliche Kommunikation zu einem bestehenden Auftrag und allgemeine Werbung müssen sauber eingeordnet werden. Verwende eine Auftragsnachricht nicht beiläufig als Versandhülle für beliebige Zusatzangebote. Wenn der Zweck oder die Berechtigung unklar ist, wird nicht automatisch versendet, sondern zunächst geprüft.

Mit einer begrenzten Aktion lernen

Starte mit einer überschaubaren Gruppe und notiere Auswahlgrund, Zeitpunkt, Aufwand und Ergebnis. Erfasst werden passende Rückfragen, tatsächlich erteilte Aufträge, unzustellbare Nachrichten und Widersprüche. Ein Kontakt, der nur um eine Erklärung bittet, ist noch kein Auftrag. Ebenso kann ein ausbleibender Auftrag verschiedene Ursachen haben.

Vergleiche den Aufwand mit dem Nutzen. Wenn die Bearbeitung vieler Kontakte lange dauert, die Leistung aber selten erneut benötigt wird, ist die Aktion möglicherweise nicht wirtschaftlich. Verbessere nicht immer weiter einen Ablauf, dessen Grundannahme nicht passt. Ein sauberer Stopp ist ebenfalls ein brauchbares Ergebnis.

Aus der Einzelaktion eine kleine Routine machen

Wenn die Ansprache sinnvoll war, plane einen internen Prüftermin für den nächsten Anlass. Automatisiere zunächst die Erinnerung an den Mitarbeiter. Erst bei verlässlichen Daten und klaren Ausnahmen kommt ein automatischer Versand infrage. Widersprüche und geänderte Leistungen müssen vor jeder Ausführung berücksichtigt werden.

Den Unterschied zur Rückgewinnung längere Zeit inaktiver Kontakte erklärt Alte Kunden zurückgewinnen. Für den laufenden Rhythmus hilft Kunden regelmäßig informieren. Halte Zuständigkeit und Auswertung im Marketingplan fest.